Menschheitliche Entwicklungsziele - Über Gut und Böse (Buchzitat)

Textkörper

Ich erlaube mir hier ein Kapitel aus einem Buch herauszunehmen und einzustellen. Es behandelt das Thema und ist sehr lesenswert; Hervorhebungen sind von mir.

Aus Menschengemäße Politik - Dieter Frei

Page-1 2. Kapitel

MENSCHHEITLICHE ENTWICKLUNGSZIELE - ÜBER GUT UND BÖSE

Die Anthroposophie faßt das irdische Leben des Menschen als Be- standteil eines sowohl menschheitlichen als auch individuellen Evolutionsganges auf. Dieser erfüllt sich durch die Erfahrungen, welche der Mensch in seinen aufeinanderfolgenden irdischen Verkörperungen macht und durch die Kräfte und Fähigkeiten, die er in denselben für sein geistig-seelisches Wesen erwirbt.

Wer einen solchen Evolutions- und Entwicklungsgang im Men- schendasein annimmt, wird nach dessen Zielen fragen. Dabei ha- ben wir zu beachten, daß die menschliche Entwicklung nicht gerad- linig verläuft, weder die individuelle, noch die allgemeine. Zeiten des Kulturaufstieges und des Kulturniederganges folgen sich in der Menschheitsgeschichte ebenso wie Hoch- und Tiefpunkte, Glück und Leid im individuellen Schicksalsverlaufe. Es walten im Men- schendasein aufbauende, positive wie zerstörerische, negative Kräfte.

Diese letzteren, negativen Kräfte sind es vor allem, die unserem Verständnisse am meisten Mühe bereiten, wenn wir den Sinn der menschlichen Entwicklung erfassen wollen. Wir kennen diese Kräfte innerhalb der Natur als lebensbedrohende, zerstörerische Naturgewalten, als das Gesetz des Todes, dem alles Lebende un- terworfen ist, als Begleiterscheinungen technischer Errungen- schaften, als natürliche Tendenz zum Chaos alles geordnet Gewor- denen. Wir kennen sie aber auch in der menschlichen Seele als Versuchermächte, die den Menschen von seinem geistigen Ur- sprunge abziehen und ihn zum Bösen hinführen. Wir kennen sie im sozialen Leben als die sozialzerstörerischen Kräfte, die Unfrieden, Ungerechtigkeit, soziales Elend bewirken.

Die negativen Kräfte im Dasein vermögen das Vertrauen man- ches Menschen in das Bestehen einer positiven Menschheits- entwicklung zu erschüttern. Sie lassen Zweifel aufkommen am Geistgegründetsein des Menschenwesens und am Vorhandensein einer aufbauend weiterführenden Evolution.

  1. Menschheitliche Entwicklungsziele - Über Gut und Böse

In solchen Zweifeln half bis vor verhältnismäßig kurzer Zeit der religiöse Glaube. Dieser vermittelte ja insbesondere die Ver- heißung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits, nach dem Tode. Allein, an der Strenge des modernen naturwissenschaft- lichen Denkens zerbricht dieser Glaube immer mehr. Das dem heutigen Denken zugrunde liegende Bewußtsein fordert, verstehen und bis zu einem gewissen Grade durchschauen zu können, was früher wie selbstverständlich auf eine kirchliche oder andere gei- stige Autorität hin angenommen werden konnte. Es fordert, auch die negativen, zerstörenden Kräfte des Daseins verstehen und eine Einsicht in ihren Sinn gewinnen zu können.

Die anthroposophische Geisteswissenschaft kann den Graben überbrücken, der sich in diesen Fragen zwischen Glauben und Wis- sen aufgetan hat. Sie zeigt die menschliche Evolution im Zusam- menhange mit der Entwicklung der geistigen Wesenheiten, welche die Schöpfung bewirkten und weiterführen. Ihre Darstellung weist auf, daß es im Evolutionsgange der Menschheit notwendig war, eine Differenzierung der Entwicklungsstadien eintreten zu lassen. Die an der Evolution beteiligten Wesenheiten mußten verschieden weit gehende Entwicklungsstufen erlangen, damit ein differenzier- ter Kosmos entstand. Mit der Unterschiedlichkeit der Entwicklung traten neben den fördernden hemmende Kräfte im Evolutions- gange auf. Dadurch, daß gewisse geistige Wesen, die in einer bestimmten Zeit positiv wirkten, in ihrer Entwicklung zurückblie- ben, konnten hemmende, sich dem ursprünglichen geistig-göttli- chen Schöpfungsplane widersetzende Mächte auftreten und sich erhalten. Diese Wesen wirkten in neuen Entwicklungsphasen noch mit ihren alten Kräften weiter, anstatt sich die notwendigen neuen Kräfte zu erwerben und wurden so zu Hemmnissen für die Evolu- tion. Ihre Wirksamkeit zur Unzeit und am unrechten Ort schafft das für das menschliche Dasein und Erleben Gegnerische, Böse. Im Gesamtverlauf der Evolution sind diese Wesen und Kräfte dennoch als berechtigt und von einem übergeordneten Gesichtspunkte aus sogar als positiv anzusehen, weil nur durch sie, an ihrem Wider- stand und durch ihre Überwindung, die zwar guten Anlagen, aber schwachen Kräfte des Menschenwesens erstarken können. In sol- chem Sinne wirkt das Böse noch positiv! Goethe hat dies in groß- artiger Weise erfaßt und zum Ausdruck gebracht in seiner Faust- Dichtung, in welcher er den Widersacher Mephistopheles auf

21 Page-2 2. Menschheitliche Entwicklungsziele - Über Gut und Böse

Fausts Frage, «wer bist du denn?» antworten läßt: «Ein Teil yon je- ner Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft»!!!

Wir sind es bis heute gewohnt, im moralischen Urteil die för- dernden Kräfte pauschal gut, die hemmenden böse zu nennen, und wir machen uns in der Regel keine Gedanken über die Möglichkeit, diese Kräfte weiter zu unterscheiden. Doch es gibt ebenso diffe- renzierte gute, wie auch verschiedenartige böse Mächte und We- senheiten. Mit den letzteren wollen wir uns hier noch etwas näher befassen. Die Anthroposophie unterscheidet dabei insbesondere zwei entgegengesetzt wirkende Gruppen. Die eine will den Men- schen dem Irdischen entziehen, will ihn zu rasch in die Höhen gei- stigen Erlebens führen. Die damit verbundene Grundtendenz in der Menschenseele ist die Schwarmgeisterei. Das Wirken der ande- ren Kräftegruppe geht dahin, den Menschen zu stark im Materiel- len zu verfestigen, sein Interesse und Wollen ganz auf das materi- elle Dasein zu lenken. Die entsprechende Seelenqualität ist die materialistische Verhärtung im Denken wie im Handeln. Die letz- teren Kräfte sind heute besonders stark in der Menschheit wirk- sam; dies zeigt sich unter anderem an der Überbetonung des mate- rialistischen Denkens, das die heutige technische Zivilisation ge- schaffen hat. - Die sich immer stärker ausbreitende Brutalisierung und Animalisierung der Menschenverhältnisse ist ein Ausdruck dieser und weiterer Wesen und Kräfte, die der positiven Mensch- heitsentwicklung entgegenstehen. Sie werden in der Zukunft stets mehr an Einfluß gewinnen, wenn sich die Menschheit nicht auf ihre geistigen Ursprungskräfte besinnt und ihre Geistesziele bewußt zu erreichen trachtet.

Die Wurzel des Bösen ist letztlich in der eigenmächtigen Absonderung der Wesen (auch des Menschen) von ihren geistigen Schöpfermächten zu suchen, mithin im Impuls zum Egoismus selbst. Die Überwindung des Bösen kann nur durch den direkten Gegenimpuls des Egoismus, durch einen umfassend verstandenen Altruismus geschehen. Das muß insbesondere gelebte Sozial- erkenntnis und Sozialgestaltungspraxis werden. - Aufgabe des indi- viduellen Menschen ist dabei, seinen eigenen sittlichen Lebenspfad zu suchen und zu finden zwischen den Gewalten, die ihn von seinen geistigen Ursprüngen abziehen und ihn damit von seinen Entwick- lungszielen abbringen wollen. Ergreift der Mensch diese Aufgabe positiv, so trägt er das Seine bei zur Weiterentwicklung im Sinne

22

  1. Menschheitliche Entwicklungsziele - Über Gut und Böse

des Guten auch der Gesamtmenschheit. Der Mensch steht dabei nicht allein, denn es sind der Menschheit durch die geistigen Mächte die dafür notwendigen Hilfen gegeben worden. Die wesent- lichste Hilfe besteht im Erscheinen des Christus auf der Erde, besteht in den Ereignissen, die mit dem Leben, dem Tode und der Auferstehung Christi zusammenhängen. Daraus können der Menschheit die Kräfte zufließen, die ihr die Wiedergewinnung ihres geistigen Ursprunges und damit mit der Zeit die Überwin- dung des Bösen ermöglichen. Um dies in ausreichendem Umfange zu erkennen, bedarf es allerdings eines erneuerten Verständnisses des Christus-Impulses, eines Verständnisses, das den traditionellen christlichen Konfessionen weitgehend abhanden gekommen ist, durch eine anthroposophische Christuslehre aber neu erlangt wer- den kann.

Die Erkenntnis und der Weg zur Überwindung des Bösen in der Welt müssen vom Menschen in Freiheit ergriffen werden. Allein dadurch kann der Mensch seine Evolutionsziele erreichen, daß er sich mit dem Christus-Impuls verbindet. Abwendung und Abirrung davon führen den Menschen in die innere und, durch die Ver- wirrung der sozialen Verhältnisse, auch in die äußere Knechtschaft. - Es soll hier nicht auf Einzelheiten anthroposophischer Darstel- lungen eingegangen werden, die zeigen, wie der Christus-Impuls menschheitlich und individuell aufgefaßt werden kann. Es muß die Aussage genügen, daß er als Zentralimpuls der Menschheitsent- wicklung schlechthin zu verstehen ist, durch den die Menschheit aus dem Niedergangsstrome, in dem sie sich bis zum Erscheinen des Christus befand, herausgerettet und in eine neue Aufwärts- entwicklung gebracht worden ist. Damit der Mensch bewußt Anteil an diesem Geschehen gewinnt, ist notwendig, daß er bejahend einen Zugang zur Christus-Wesenheit findet. Er kann dies allein während seines irdischen Lebens erreichen, indem er sich mit den vom Christus ausgehenden Menschheitsimpulsen der Nächstenliebe und einer dem allgemeinen Menschheitsfortschritt dienenden Selbstvervollkommnung in Freiheit verbindet.

Die Menschheit als Ganzes und jeder einzelne Mensch ist hin- eingestellt in den Evolutionsgang und damit in die Auseinander- setzung mit den geschilderten Kräften, deren Wirkungen im einzel- nen für ihn meist schwer zu durchschauen sind. Es wirken geistig in jedem Menschen neben den ihn fördernden auch die ihn hemmen-

23 Page-3 2. Menschheitliche Entwicklungsziele - Über Gut und Böse

den Wesen und Kräfte, ob er dies bemerkt oder nicht. Wer sie als nicht-existent betrachtet und verneint, schafft sie dadurch nicht aus sich oder aus der Welt heraus. Auf ihn paßt das Goethe-Wort: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte» (Faust I, Auerbachs Keller)! Von entscheidender Bedeutung ist es, die Widersachermächte in ihrem Wesen zu erkennen, denn sie erkennen heißt schon, ihnen einen Teil ihrer Wirkensmösglich- keit auf sich zu entwenden. - Verbindet sich der Mensch bewußt mit den Christus-Kräften, so vermag er sich immer besser gegen- über den inneren Widersachern zu behaupten. Indem er ihnen im- mer weniger unterliegt, kann er aus seiner seelisch-geistigen Kraft in bewußter Lebensführung das Gute in sich wachsen und erstarken lassen.

Das Überwinden des Bösen und das Erstarken des Guten im Seeleninnern bezeichnen wir als Vervollkommnung des eigenen Wesens. Dieses ist es, was als Strebensziel für jeden einzelnen und für die Menschheit im allgemeinen letztlich anerkannt werden muß. Die christlichen Hauptkonfessionen sehen darin allerdings eine Art von Hochmut und konstruieren einen Gegensatz zur Heilsbotschaft der christlichen Erlösung. Doch ein solcher Gegensatz besteht in Wahrheit nicht. Als hochmütig und bequem muß vielmehr gelten, das Heil und die Erlösung völlig ohne eigene Anstrengung erlangen zu wollen. So führt das eigene Vervollkommnungsstreben, im rech- ten Sinne aufgefaßt, denn auch nicht zur egoistischen Absonderung, sondern zum Arbeiten an sich selbst auch um der Menschheit wil- len. Je mehr der einzelne in der Verwirklichung des Guten für sich erreicht hat, desto besser ist es auch für die Gesamtheit, denn der wahrhaft zum Guten Hindurchgedrungene wird, soviel als nur in seinen Kräften steht, von dem Errungenen seinen Mitmenschen mitteilen.

Der Verfasser ist sich bewußt, daß er hohe Ideale anspricht, denen man sich zunächst vielleicht nur zu nähern, die man aber noch nicht zu erfüllen vermag. Dennoch müssen die Ideale ausge- sprochen und ins Bewußtsein gefaßt werden, wenn sie jemals er- reicht werden sollen. Man hat zu bedenken, daß die Wesensläute- rung und Vervollkommnung des Menschen ein sehr langsamer Prozeß ist, der sich für den einzelnen über viele Inkarnationen und für die Menschheit über lange Evolutionszeiten erstreckt. - Wichtig

24

aa

  1. Menschheitliche Entwicklungsziele - Über Gut und Böse

ist, sich auf den Weg zu begeben! Das Ziel einstmals erreichen wird, wer im Sinne Goethes «immer strebend sich bemüht» (Faust II, letzte Szene).

Eine Menschheit, die kein Bewußtsein mehr besitzt von solchen Entwicklungszielen, eine Menschheit, die ihren Sinn ausschließlich auf das Materielle richtet und für das Geistige keine Wahrneh- mungsorgane entwickelt, fällt auch in ihren Sozialverhältnissen immer stärker in den Niedergang. Die unausweichliche Folge der ins Soziale übertragenen materialistischen Weltauffassung muß es sein, daß ein jeder einzig seine eigenen Interessen egoistisch vertritt und sie nach Maßgabe seiner politischen oder wirtschaftlichen Macht (oder der Kombination von beidem) durchzusetzen trachtet. Das muß mit Notwendigkeit zu einer immer weitergehenden Chao- tisierung des sozialen Lebens führen. - Nur die Anerkennung der wahren menschlichen und menschheitlichen Geistesziele wird einen Wiederaufstieg der Kultur und damit einen Fortschritt der sozialen Ordnung einleiten.

Aus einer solchen Betrachtung kann sich uns eine Antwort er- geben auf die Frage nach dem Sinn und Ziel der menschlichen irdi- schen Existenz. Dieser liegt eine geistig-moralische Weltordnung zugrunde. Die Tatsache, daß im Menschen gute und böse Kräfte wirken, führt dazu, daß dem Menschen Freiheit gegeben ist. Die natürliche Weltordnung, das ist die materielle und biologische Weltgesetzlichkeit, unterstellt den Menschen der Notwendigkeit. Im Bereiche der moralischen Weltordnung kann der Mensch Freiheit finden, in der Welt der Naturgesetze nicht. Suchen wir nach dem, was Sinn und Inhalt der menschlichen Existenz ist: wir finden es, wenn wir uns vergegenwärtigen, was durch das Christus-Wesen über die Naturnotwendigkeit hinaus in die Menschheit hineingetra- gen worden ist. Es ist dies die Liebe in ihrer geistigen, selbstlosen Ausgestaltung. Durch den Impuls der Nächstenliebe, durch das Beispiel seines Erdenwandels und durch sein Sich-Verbinden mit der weiteren Erdenevolution hat der Christus der Erdenmenschheit ihren wahren Sinn und Inhalt eingegeben: die freie geistig-sittliche Höherentwicklung zu immer vollkommenerer, das ist christus-ähn- licherer Liebe. Diese Liebe ist selbst jene hohe moralisch-sittliche Kraft, von der gesagt wurde (Seite 18), daß sie die Keimkraft einer zukünftigen menschheitsverbundenen Naturordnung ist.

25 Page-4 2. Menschheitliche Entwicklungsziele - Über Gut und Böse

Aus solchen Anschauungen und der dazu notwendigen Vertie- fung in die entsprechenden anthroposophischen Inhalte kann Wesentliches für die Behandlung unseres Hauptthemas, der sozialen Frage, gewonnen werden.

  1. Kapitel

DIE WESENSGLIEDER DES MENSCHEN

Eine ausführliche Darstellung des Menschenwesens aus anthro- posophischer Erkenntnis findet sich in der «Geheimwissenschaft im Umriß»? und in der «Theosophie»*. Der Leser, der sich genauer orientieren möchte, sei auf diese Hauptwerke Rudolf Steiners ver- wiesen. Hier sollen die Hauptaspekte der Gliederung des Men- schenwesens, insbesondere der Dreigliederungsaspekt, daraus wie- dergegeben werden, denn die Kenntnis derselben bildet eine Vor- aussetzung für das Verständnis des folgenden Kapitels und auch von manchem anderem, was in dieser Schrift zur sozialen Frage vorzubringen ist.

Die anthroposophische Geisteswissenschaft stellt den Menschen gesamthaft als ein dreigliedriges Wesen dar, bestehend aus Geist, Seele und Leib. Sie verfolgt die Entstehung des Menschen im Gesamtzusammenhang der irdisch-kosmischen Evolution. Hierauf ist hier nicht im einzelnen einzugehen, sondern es sollen nur die Wesensglieder selbst kurz beschrieben werden. Die drei Grund- glieder sind ihrerseits wiederum dreifach gegliedert.

Das Leibeswesen des Menschen besteht zunächst aus dem phy- sischen Leib. Er umfaßt das, was hauptsächlicher Gegenstand der naturwissenschaftlichen Betrachtungen und Untersuchungen ist und den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der leblosen Körper unterliegt. Er ist der einzige direkt sinnlich wahrnehmbare Wesensteil des Menschen und gehört der mineralischen Welt an. Man hat von ihm zu unterscheiden, was ihn zu einem lebenden Organismus macht.

Wir können feststellen, daß unser physischer Leib die gestaltete Menschenform nach dem Tode sehr bald verliert: er verwest. Wird er allein den physischen Kräften überlassen, so ist er den die Form auflösenden Tendenzen der Erdensubstanzen unterworfen. Im lebenden Organismus ist also etwas vorhanden, was diesen vom leblosen Mineral unterscheidet, etwas, das über das Physische hin- ausgeht und nicht als physischer Körper gelten kann. Dasjenige, was bei jedem Lebewesen, also auch beim Tier und bei der Pflanze, dem Zerfall des Leibes entgegenwirkt und das eigentliche Leben

27

German